Beschreibung
Verhaltenstherapeutische Beratung, Gesundheitsförderung und Rehabilitation
Kompaktkurs mit fallbasierter Zertifizierung
Adressaten
Ergotherapeutinnen, Lerntherapeuteninnen, Logopädinnen, Krankenhauspflegepersonal, Medizinische Fachangestellte, Mitarbeiterinnen in der Psychiatrie und in Ambulanzen.
Anwendungsbereich
Die Verhaltenstherapie zählt zu den wirksamsten Behandlungsverfahren überhaupt und erstreckt sich über viele...
Verhaltenstherapeutische Beratung, Gesundheitsförderung und Rehabilitation
Kompaktkurs mit fallbasierter Zertifizierung
Adressaten
Ergotherapeutinnen, Lerntherapeuteninnen, Logopädinnen, Krankenhauspflegepersonal, Medizinische Fachangestellte, Mitarbeiterinnen in der Psychiatrie und in Ambulanzen.
Anwendungsbereich
Die Verhaltenstherapie zählt zu den wirksamsten Behandlungsverfahren überhaupt und erstreckt sich über viele Anwendungsbereiche. Sie wird zur Therapie und Vorbeugung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen ebenso erfolgreich eingesetzt wie zur Beratung. Verhaltenstherapeutische Interventionen finden sich bspw. in der
- Rehabilitation und Nachsorge, etwa Beratung von chronisch Kranken.
- Gesundheitsförderung und Vorsorge bei beruflichen oder familiären Belastungen, Stressreduktion.
- Paarberatung bei Kommunikationsproblemen und zur gemeinsamen Krisenverarbeitung.
- Funktionstrainings und Übungsprogrammen zum Aufbau von wichtigen Fähigkeiten, beispielsweise Sprachtraining bei Schlaganfall oder Gehirnverletzungen, Sozialtraining bei strafauffälligen Jugendlichen, Selbstmanagement bei Wiedereingliederung in den Beruf.
- Therapie von psychischen Störungen wie Depression, Angststörungen, Suchtverhalten, Anpassungsstörungen.
Dabei geht es immer darum, „gesundes“ und wünschenswertes Verhalten herbei zu führen, beispielsweise eine möglichst gesunde Lebensführung, Selbstbewusstheit und wünschenswerte Aktivitäten bei Depression, eine befriedigende Berufstätigkeit bei Anpassungsstörungen.
Um die Beratungs- oder Therapieziele zu erreichen, greift man sowohl auf übende Verfahren und die Lerngesetze zurück, als auch auf die gedanklichen und emotionalen Anteile des Verhaltens, wie innere Dialoge, Angstvorstellungen, Selbstwertgefühle und Situationswahrnehmungen sowie Zielvorstellungen zurück.
Dabei werden auch die Alltagsumstände (z. B. Arbeitsbedingungen) berücksichtigt. Wichtige Bezugspersonen werden mit einbezogen, beispielsweise die Lehrerin, Erzieherin, Partnerin.
Konzept
In der Intervention wird geklärt, warum es zu dem unerwünschten Verhalten gekommen ist. Hierbei werden die Auffälligkeiten oder psychischen Störungen als „Verhalten“ gekennzeichnet, das teils sichtbar ist, aber auch körperliche und gedanklich-emotionale Anteile hat. Um das herauszufinden wird zuerst recht umfangreich eine Verhaltensanalyse durchgeführt, sie klärt:
- Wie das auffällige Verhalten genau aussieht.
- Wann und wo es stattfindet.
- Ob sich Probleme immer in der gleichen Weise äußern.
- Unter welchen Umständen es stattfindet (Tag, Uhrzeit, vorangegangene Kränkungen, andere Personen anwesend?).
- Welche Konsequenzen auf das auffällige Verhalten folgen (z. B. Belohnung in Form von Beachtung, Bestrafung in Form von Kritik).
Dafür wird eine ausführliche Analyse angefertigt, die das unerwünschte Verhalten aufschlüsselt und charakterisiert. Beispielsweise wird geklärt, ob
- ein sogenannter Verhaltensüberschuss besteht, etwa Grübeln, Weinen, Misserfolgserwartung, Alkoholkonsum, Angst, Rückzug, Angriffe auf Mitschüler,
- ein Verhaltensdefizit vorliegt, beispielswiese: die Selbstbehauptung ist gering, es sind keine realistischen Ziele vorhanden, kaum Selbstbehauptung und zu rasches Zurückstecken, unzulängliche Kommunikationsfertigkeiten, mangelndes Problemlösen,
- ungünstige Bedingungen zum unerwünschten Verhalten beitragen, etwa Zeitdruck, Ermüdung, unklare Anweisungen,
- das erwünschte Verhalten zu wenig Beachtung oder Belohnung findet, beispielsweise wenn ein Lehrer nur das Fehlverhalten sieht, sich Ehepartner allzu sehr auf ihre „Fehler festnageln“.
Aufgrund dieser Analyse werden Änderungen geplant, die beispielsweise
- gewünschtes Verhalten nahe bringen (z. B. wie man auf Kritik oder eine Herausforderung reagieren kann),
- günstigere Umstände schaffen (z. B. wie man sich auf eine Prüfung vorbereitet),
- zuträgliche Denk- und Wahrnehmungsmuster vermitteln (z. B. negative Denkmuster bewusst machen und durch günstigere ersetzen),
- angemessene Ziele ausarbeiten (z. B. positive Ziele anstreben statt primär Fehler/Misserfolge vermeiden),
- wirksame Verhaltensketten einrichten (z. B. einen schwierigen Schüler schrittweise zum eigenständigen Lernen bringen).
Insofern hält die Verhaltenstherapie eine Fülle von verschiedenen Interventionsformen bereit, die nach Maßgabe des Einzelfalls angewandt werden. Wenn die Intervention dann noch alltagsnah und zügig durchgeführt wird, ist eine gute Wirksamkeit zu erwarten.
Hierfür hält die Verhaltenstherapie ein reichhaltiges Arsenal an wissenschaftlich abgesicherten Methoden bereit, die in diesem Kurs eingeübt werden.
Kursinhalte
Der Kurs vermittelt zunächst die Grundlagen der Verhaltenstherapie und die dazugehörige Verhaltensanalyse:
- Grundlagen der Verhaltenstherapie: Lerngesetze und Umlernen.
- Inneres und sichtbares Verhalten.
- Verhaltensanalyse: Funktionale Analyse (S–O–R–K–C) zur Aufschlüsselung des unerwünschten Verhaltens, einschließlich diagnostischem Rollenspiel und diagnostischen Hausaufgaben.
- Aufschlüsselung von Verhaltensketten.
- Aufdeckung von dysfunktionalen Kognitionen.
Danach werden die grundlegenden Interventionstechniken vermittelt und anhand von Fallbeispielen eingeübt, im Einzelnen:
- Verhaltenserleichternde Strukturierungshilfen (Prompting).
- Situationsgestaltung, Reaktionskontrolle.
- Motivierung, Einrichtung von Belohnungssystemen.
- Stressverarbeitungs- und Problemlösestrategien.
- Entwicklung von Bewältigungsdialogen.
- Entspannungsverfahren.
- Maßnahmen zur Selbstorganisation und Handlungsplanung.
Jede der Techniken wird einschließlich ihrer spezifischen Indikation vorgestellt und anhand von Fallbeschreibungen eingeübt.
Fortbildungsziele
Nach erfolgreicher Fortbildung beherrschen Sie die Grundlagen der Verhaltenstherapie. Sie verfügen über ein sicheres Grundlagenwissen zur Verhaltenstherapie. Sie können:
- problematische Verhaltensweisen verhaltensanalytisch aufschlüsseln und die auslösenden sowie die aufrechterhaltenden Bedingungen ermitteln,
- Behandlungsziele ableiten und fundierte Behandlungspläne einrichten,
- notwendige verhaltenstherapeutische Behandlungsmethoden und deren Einsatzgebiete einordnen,
- Trainings- und Unterstützungsmaßnahmen planen, entwickeln und durchführen.
Insbesondere lernen Sie:
- Verhaltensanalysen durchzuführen.
- zu erkennen, was problematisches Verhalten auslöst und aufrechterhält.
- eine Bedingungsanalyse zu erstellen (Funktionalität problematischer Verhaltensweisen).
- Verhaltensketten bei problematischen Geschehensabläufen aufzuschlüsseln und zu ändern (z. B. Streit in der Familie, ein Tag voller Misserfolg).
- förderliche und wünschenswerte Verhaltensweisen systematisch aufzubauen (z. B. Aktivitätsaufbau bei Hilflosigkeit und Depression).
- Selbstinstruktionstraining zu planen und umzusetzen.
- Problemlösetherapie zu entwickeln und anzuwenden.
- Patienten für die Behandlung zu motivieren.
- die Wirksamkeit von Therapiemaßnahmen prozessbegleitend zu überprüfen.
Vorteile im Überblick
- Offizielle Fortbildung aus erster Hand
- Erlernen einer wirksamen und bewährten Therapieform mit hohem Bekanntheitsgrad
- Praktisch bewährte Behandlungsprogramme, die unmittelbar in der Psycho-, Lern- und Ergotherapie einsetzbar sind
- Lernen anhand von eigenen Praxisbeispielen
- Interdisziplinärer Fachaustausch
- Bereitstellung von Materialien
Aufbau und Zertifizierung
Die Ausbildung läuft in vier Phasen ab:
- Bearbeitung von Online-Materialien: Einführung in das Thema und grundlegender Zugang.
- Teilnahme an den Online-Präsenzveranstaltungen: An insgesamt vier Wochenenden erlernen Sie verhaltenstherapeutische Grundfertigkeiten und erhalten Gelegenheit, diese anzuwenden und einzuüben.
- Praxisphase: Verknüpfung der Lerninhalte mit Ihrer beruflichen Praxis und Anfertigung einer Fallarbeit.
- Zertifizierung: Begutachtung der Fallarbeit durch Prof. Lauth und Diskussion in einem telefonischen Zertifizierungsgespräch. Das Zertifikat wird postalisch zugesandt.
Es wird das Zertifikat „Grundlagen der Verhaltenstherapie – Diagnostik, Behandlungsplanung und –durchführung sowie Evaluation“ vergeben.
Methoden
- Bearbeitung von Online-Materialien
- Lernen anhand realer und eigener Fallbeispiele
- Videodemonstrationen
- Vorträge
- Tandem- und Kleingruppenarbeit
- Rollenspiele und Simulationen
Dozenten
Die Kurse werden durch qualifizierte Trainer unter der Leitung von Prof. Lauth durchgeführt. Alle Trainer verfügen über sehr hohe Praxiserfahrung und wurden von Prof. Lauth geschult.
Zielgruppe
Der Kurs richtet sich hauptsächlich an die Angehörigen sozialer, pädagogischer oder psychologischer Berufsgruppen und soll ihnen dazu verhelfen, psychisch belastete bzw. verhaltensauffällige Personen zu fördern und in ihrer Heilung zu unterstützen.
Unsere Leistungen
- Wissenschaftlich begründeter Zertifikatskurs
- Zeitgemäße Lehr- und Lernmethoden
- Zertifizierung der Fortbildung durch Prof. Lauth
- Anrechnung von Fortbildungszuschüssen (z. B. Bildungsschecks NRW)
- Verständliche Informationsvermittlung
- Präsenzkurse im Umfang von 4×16 Unterrichtseinheiten
- Transferphase mit fallbasierter Wissensüberprüfung
Teilnehmergebühr
Teilnehmergebühr: 1.260 € (umsatzsteuerbefreit).
Darüber hinaus können Fortbildungskosten (einschließlich Fahrt- und Unterbringungskosten, Verpflegungsmehraufwand) als Werbungskosten von der Einkommenssteuer abgesetzt werden.
Gegebenenfalls ist auch eine Kostenübernahme durch Ihren Arbeitgeber möglich oder sie können anderweitige finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen (z. B. Bildungsgutschein in NRW).
Vorbereitende Onlinematerialien
- Lerngesetze und Lernprinzipien
- Verhaltenstherapeutische Interventionsprinzipien
- Die wichtigsten Interventionsformen
- Wirksamkeitsbelege und Wirksamkeitsbedingungen der Verhaltenstherapie
Programm
1. Tag (9–16.30h): Grundlagen der Verhaltenstherapie
- Besprechung der Selbstlernphase
- Verhaltenstherapie als Methode
- Verhaltensdefizite und Verhaltensüberschüsse
- Lerngesetze und therapeutische Anwendung (u. a. klassisches Konditionieren, operantes/instrumentelles Lernen, Vermeidungslernen, soziales Lernen)
- Verhaltensnahe Erklärungen anhand der Praxisbeispiele der Teilnehmenden
Verhaltensdiagnostik
- Einüben der Verhaltensanalyse (SORCK-Schema), u. a. Demonstration im Film, Durchführung in Kleingruppen
- Datenerhebung durch Symptomtagebücher und Verhaltensprotokolle
- Erhebung „innerer“ (kognitiver) Verhaltenselemente (u. a. ABC-Schema, Gedankenprotokolle)
- Umsetzung am eigenen Beispiel
2. Tag (9–16.30h): Methoden zum Aufbau bzw. Abbau von Verhaltensweisen
- Verhaltensformung (Shaping)
- Verhaltensaufbau mit Belohnungssystemen
- Unterstützung der Verhaltensausführung (Prompting)
- Verhaltensketten einrichten (Chaining)
- Einübung von Verhalten im Rollenspiel
- Selbstmanagement-Methoden (Zielbestimmung, Selbstbeobachtung, Selbstverstärkung)
- Risiko- und Ressourcenmanagement
- Situationskontrolle und Reaktionskontrolle (innerer Dialog, Skripte, Vorstellungsbilder)
- Kognitive Techniken nach Beck und Ellis
- Graduelle Annäherung / Annäherungshierarchien
3. Tag (9–16.30h): Komplexe Interventionsprogramme
- Selbstinstruktionstraining
- Problemlösen / Problemlösetraining
- Stressimpfungstraining nach Meichenbaum
- Entspannungstechniken (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Imaginationsübungen)
4. Tag (9–16.30h): Planung einer eigenen Intervention
- Zielbestimmung
- Zielüberwachung: Goal Attainment
- Verlaufsdokumentation der Behandlung/Therapie
- Alltagstransfer (Rückmeldungen, Bezugspersonen als Mediatoren)
- Auffrischsitzungen
- Planung einer Intervention am eigenen Beispiel
- Zusammenfassung
Fallarbeit und Zertifizierung
Diese Intervention wird umgesetzt und dokumentiert (Fallarbeit). Die Zertifizierung erfolgt anhand der Fallarbeit. Das Zertifikat wird zugesandt.

