Trainer für Kinder und Jugendliche mit oppositionellem Trotzverhalten und Sozialstörungen

Informationen

Module:
2 Tage à 8 UE.
 
Individuelle Zertifizierung
Preis:
700 € (umsatzsteuerfrei)

Termine

Die Termine finden Sie im Buchungsmodul am Ende der Seite. Sollte Ihr Wunschtermin /-stadt nicht gelistet sein, schreiben Sie uns gerne unter info@weiterbildung-lauth.de
Störungen des Sozialverhaltens entwickeln sich meist aus einer bestehenden AD(H)S heraus und sind mit Lern- und Leistungsstörungen verbunden. In der einschlägigen Forschungsliteratur werden zwei wesentliche Störungsverläufe ersichtlich, die ihren Ursprung entweder in der frühen Kindheit oder aber im Jugendalter finden.

  • Beim frühen Störungsbeginn wird die Eltern-Kind Interaktion stark beeinträchtigt, die Erziehung massiv erschwert und die schulische Lernleistung gefährdet. Infolgedessen erfahren die Kinder wiederholte Misserfolgserlebnisse und Anpassungsschwierigkeiten, die ihrerseits ein problematisches und sozial auffälliges Antwortverhalten hervorbringen.
  • Beim späten Störungsbeginn ist besonders das schulische und soziale Umfeld der Jugendlichen negativ betroffen, was die Entwicklungs- und Berufsperspektiven stark eingeschränkt. An der Störungsentstehung sind kumulierende Entwicklungsrückstände und Selbstregulationsdefizite beteiligt. Daraus ergeben sich problematische oder sogar delinquente Verhaltensweisen, die durch einen ungünstigen Freundeskreis noch verstärkt werden.
Das klinische Erscheinungsbild der Sozialstörungen wird von sozial inadäquaten, abweichenden und grenzüberschreitenden Verhaltensmustern dominiert. Zu den charakteristischen Merkmalen gehören Normüberschreitungen, Schulschwänzen, Minderleistung, Schul- und Ausbildungsabbrüche, Drogen- und Alkoholkonsum und Delinquenz. Infolgedessen ergibt sich ein komplexes Erscheinungsbild, das Eltern, Lehrer und Ausbilder hochgradig belastet.

Der vorliegende Kurs vermittelt anhand praktischer Beispiele, was die Störung kennzeichnet und welche familiären und schulischen Einflüsse zur Entstehung beitragen. Anschließend wird ein umfassender Behandlungsansatz vorgestellt, der sich an die Betroffenen selbst aber auch an Eltern und Lehrer bzw. Ausbilder richtet. Damit sollen soziale Verhaltensweisen sowie wirksame Selbstregulations- und Verarbeitungsfähigkeiten bei den Jugendlichen ausgebildet werden. Die Bezugspersonen werden ebenfalls eingebunden und dazu befähigt, das Zielverhalten der Kinder und Jugendlichen herbeizuführen. Positive Selbstwirksamkeitserwartungen und angemessenes Bewältigungsverhalten (Coping) sollen in verschiedenen Funktionsbereichen angeleitet und ausgebildet werden.

Fortbildungsziele
Nach erfolgreicher Fortbildung werden Sie das Programm selbstständig und fachgerecht anwenden können. Insbesondere lernen Sie:
  • Die spezifischen Belastungen und Verhaltensmerkmale der Störung des Sozialverhaltens kennen
  • Ein entwicklungsmoderierendes Risiko- und Ressourcenmanagement anzuleiten
  • Die sozialen Fertigkeiten(„Skills“) zielgerichtet und verhaltensorientiert zu fördern
  • Eltern, Ausbilder und Lehrer wirksam in die Behandlung einzubeziehen
Es wird das Zertifikat „Trainer für Kinder und Jugendliche mit oppositionellem Trotzverhalten“ vergeben.

Vorteile im Überblick
  • Offizielle Fortbildung aus erster Hand
  • Zahlreiche empirische Wirksamkeitsbelege und hoher Bekanntheitsgrad
  • Praktisch bewährt in der Psycho-, Lern- und Ergotherapie
  • Interdisziplinärer Fachaustausch durch TeilnehmerInnen verschiedener Berufsgruppen
  • Praxisnahe Einarbeitung in das Training durch erfahrene Kursleiter
  • Eigene Fallarbeit und Dokumentation (Praxisteil)
Vergabe des Zertifikates „Trainer für Kinder und Jugendliche mit oppositionellem Trotzverhalten“

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Aufbau und Zertifizierung

Die Ausbildung läuft in vier Phasen ab:
  1. Vorbereitendes Selbststudium: Informationen über das Störungsbild einschließlich der einschlägigen Diagnosekriterien der Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-V. Sie erhalten eine Einarbeitung in entsprechende diagnostische Vorgehensweisen.
  2. Zweitägiger Grundkurs: Anhand eigener Fallbeispiele erlernen Sie grundlegendes Bedingungswissen über die auslösenden und aufrechterhaltenden Wirkfaktoren und Änderungswissen zur Behandlung der Störung. 
  3. Eigene Fallarbeit: Nach Durchführung eines zweitägigen Grundkurses haben Sie in der Praxisphase mehrere Monate Zeit, das Behandlungsprogramm mit einem betroffenen Kind oder Jugendlichen durchzuführen und zu dokumentieren. Diese Fallarbeit bestätigt Ihre Befähigung zur praktischen Umsetzung und dient dazu Fragen zu klären, die bei der eigenständigen Umsetzung aufgetreten sind.
  4. Abnahme der Fallarbeit und Feedback (Telefonzertifizierung): In der Zertifizierungsphase besprechen wir Ihre Arbeit und geben Ihnen Rückmeldung und Tipps. Dazu führen wir ein telefonisches Gespräch nach Ihren Zeitvorstellungen und nach den Gegebenheiten Ihrer Praxis. Nach erfolgreichem Abschluss der Fallarbeit erhalten Sie ein repräsentatives Zertifikat, welches Umfang und Inhalt der Fortbildung beschreibt.

Methoden
  • Bearbeitung von Selbststudienmaterial
  • Einzel- und Kleingruppenarbeit
  • Gruppendiskussion
  • Fallbeispiele
  • Rollenspiele
  • Videodemonstrationen
  • Praktisches Einüben des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens
  • Besprechung einer Trainingsanwendung (Fallbeispiel aus der eigenen Praxis)
  • Telefonische Abnahme der entsprechenden Therapiedokumentation

Dozenten
Die Kurse werden durch qualifizierte Trainer unter der Leitung von Prof. Lauth durchgeführt. Alle Trainer verfügen über sehr hohe Praxiserfahrung und wurden von Prof. Lauth geschult.

Zielgruppe
Der Kurs richtet sich hauptsächlich an die Angehörigen sozialer, pädagogischer oder psychologischer Berufsgruppen und soll ihnen dazu verhelfen, Jugendliche mit AD(H)S wirksam anzuleiten und zu fördern. Angemessenes Konfliktverhalten, soziales Problemlösen, Emotionsregulation und eine wirksame Anleitung bzw. Verhaltensformung sind hierbei die tragenden Kurselemente.

Unsere Leistungen
  • Material Selbststudium (etwa 20 Seiten)
  • Zweitägiger Grundkurs (16 Unterrichtseinheiten)
  • Individuelle Fallbesprechung mit unseren Trainern (telefonisch oder als Gruppen-Präsenztermin)
  • Zertifizierung der Fortbildung durch Prof. Lauth
  • Verpflegung während der Kaffeepausen (Getränke und Snacks)
  • Anrechnung von Fortbildungszuschüssen (z. B. Bildungsschecks NRW)
Die Teilnehmergebühr beträgt 700 € (umsatzsteuerbefreit).

Darüber hinaus können Fortbildungskosten (einschließlich Fahrt- und Unterbringungskosten, Verpflegungsmehraufwand) als Werbungskosten von der Einkommenssteuer abgesetzt werden.
Gegebenenfalls ist auch eine Kostenübernahme durch Ihren Arbeitgeber möglich oder sie können anderweitige finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen (z. B. Bildungsgutschein in NRW).

Kursprogramm

GRUNDKURS
1. Tag; 8 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten
  • Klärung von offenen Fragen zum Material zum Selbststudium und Vertiefung der Inhalte
  • Besprechung der Störungsbilder „oppositionelles Trotzverhalten“ und „Störung des Sozialverhaltens“ anhand eigener Fallbeispiele
  • Störungsentstehung- und Verlauf
  • Problembereiche und Verhaltensmerkmale der betroffenen Kinder und Jugendlichen  in familiären, schulischen, beruflichen und sozialen Funktionsbereichen
  • Ermittlung individueller Störungsschwerpunkte bei den Jugendlichen (Verhaltensanalyse mit den Eltern, Einsetzen von Arbeitsproben und funktionellen Testverfahren)
  • Training sozialer und emotionaler Problembewältigungsstrategien
  • Verhaltensformung mittels operanter Techniken
  • Zeit- und Selbstmanagementtechniken
  • Ressourcenmanagement, um Risiko- und Schutzfaktoren in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen
2. Tag; 8 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten
  • Fortsetzung vom Vortag den Jugendlichen (Selbstinstruktionstraining, Reaktionskontrolle, Situationskontrolle) und Erprobung ausgewählter Trainingseinheiten
  • Coaching der Jugendlichen (z. B. Zeitmanagement, Leuchttürme, Prioritätensetzen) und Erprobung ausgewählter Trainingseinheiten
  • Zusammenarbeit bzw. Anleitung von Eltern und Erprobung ausgewählter Trainingseinheiten
  • Zusammenarbeit mit Lehrern, Materialien und deren Erprobung
  • Klärung verbleibender Fragen
  • Besprechung der Fallarbeit und Darlegung, wie der Fall dokumentiert werden soll

ZERTIFIZIERUNG
Individueller Telefontermin nach Ihren Praxisgegebenheiten
  • Vorstellen Ihres Falles
  • Rückmeldungen über die Fallarbeit
  • Klärung verbliebener Fragen
  • Zusendung des Zertifikates

In dem Buchungsmodul sehen Sie die verfügbaren Termine. Bei einigen Kursen ist die Warteliste aktiviert. Sie können sich unverbindlich eintragen lassen, indem Sie das Formular ausfüllen. Sollte zur Zeit kein Kurs angezeigt werden, kontaktieren Sie uns gerne unter: info@weiterbildung-lauth.de