Diagnostik

Bei Verdacht auf ADHS sollte man mit seinem Kind zu einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie (empfohlen: besondere Spezialisierung auf ADHS) gehen, da eine exakte Diagnose sehr schwierig und aufwendig ist. Da die Leitsymptome stark unterschiedlich ausgeprägt sein können und zudem auch durch andere Krankheiten (sowohl somatische als durch psychische) bedingt sein können, ist eine genaue Erfassung der Indikatoren über mindestens 6 Monate notwendig. Diese werden mit Hilfe von Fragebögen erfasst. Wichtig zu beachten ist hierbei der Einbezug der verschiedenen Lebenswelten/ Bezugssysteme. Schilderungen der Eltern, Lehrer, ehemaliger Ärzte und des Kind müssen Beachtung finden.

Die Diagnosekriterien sind nachfolgend im Überblick dargestellt:

Verhaltenssymptome als Muster von Verhaltensweisen:

bezüglich den drei Kardinalssymptomen, siehe Störungsbild
  • über mindestens sechs Monate andauernd beobachtet werden
  • mit dem Entwicklungsstand des Kindes unvereinbar sein
  • deutlich unangemessen sein

Beginn der Symptomatik:

  • Erste Symptome treten bereits vor dem 7. Lebensjahr auf
  • z. B. Berichte der Eltern (Anamnese) über Regulationsstörungen
  • z. B. Erste Probleme im Kindergarten
  • oder auch rückwärtige Selbstanamnese bei Erwachsenen

Ausmaß der Beeinträchtigung:

Die Beeinträchtigungen wirken sich in mindestens 2 Lebensbereichen aus, z.B.:
  • in der Schule
  • zu Hause
  • in der Freizeit
  • im Umgang mit Gleichaltrigen
  • bei der Untersuchung

Evidenz für klinische Beeinträchtigung im:

  • sozialen Verhalten
  • familiären Zusammenleben
  • Schulleistungsverhalten
  • tätigkeitsbezogenen Verhalten

Ausschlusskriterien:

Wenn eines dieser Kriterien zutreffend ist, so kann keine ADHS-Diagnose mehr gestellt werden:
  • tief greifende Entwicklungsstörungen
  • affektive Störungen
  • reaktive Störungen (zeitgleich zum Ereignis, rasch & unvermittelt einsetzend)